Was war der Bierboykott?

A – Streik der Fassbauer

Am 1. Mai 1894 traten 300 Böttcher, also die Fassbauer, der sieben größten Brauereien in den Streik, die anderen Arbeiter solidarisierten sich. Sie forderten, den 1. Mai künftig als offiziellen Feiertag einzuführen. Nachdem die Arbeiter entlassen wurden, riefen die Gewerkschaften die Berliner*innen auf, kein Bier der betreffenden Brauereien mehr zu trinken, unter anderem von Schultheiß. Tatsächlich hielt sich ein Großteil der Bevölkerung daran. Gewerkschafter zogen durch die Kneipen, um den Boykott zu kontrollieren. Kurz nach Weihnachten stellten die Brauereien die mittlerweile 750 Entlassenen wieder ein, der Bierboykott wurde beendet, obwohl das Ziel nicht erreicht wurde. Der 1. Mai wurde erst 1933 unter den Nationalsozialisten zum gesetzlichen Feiertag.