A – Das Soho-Haus in Prenzlauer Berg
Heute beherbergt es eine Vergnügungsstätte für Reiche, inklusive Hotel. Doch das Soho-Haus an der Kreuzung Torstraße / Prenzlauer Allee hat schon viel mehr gesehen.
1929 wurde es von Herman Golluber als Kaufhaus Jonaß eröffnet. Es war ein Kreditwarenhaus, die ärmeren Kunden konnten auf Pump einkaufen. Golluber musste als Jude Deutschland verlassen. Die neuen Herrscher bauten das Haus um, nun zog die Reichsführung der Hitler-Jugend ein.
Nach dem Krieg kamen erst die Sozialdemokraten, bald aber die Kommunisten mit ihrem Zentralkomitee. Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl als erster und einziger Präsident bzw. Ministerpräsident arbeiteten in diesem Haus. Im Jahr 1956 zog das “Institut für Marxismus-Leninismus” in den Bau ein. Auch das Parteiarchiv der SED, das historische Archiv der KPD sowie mehrerer Massenorganisationen nutzen das einstige Warenhaus bis zum Ende der DDR.
