Was waren die Blues-Messen in Ost-Berlin?

D – Oppositionelle Veranstaltungen

Ab 1979 organisierte der Pfarrer Rainer Eppelmann in seiner Friedrichshainer Samariterkirche Gottesdienste mit Blues-Musik. Dabei sprach er viele Missstände an, die die Menschen in der DDR aus ihrem eigenen Leben kannten. Am Anfang kamen 100 Menschen in die Kirche, schließlich mehr als 7.000. Die meisten von ihnen Jugendliche, die aus dem ganzen Land nach Berlin gekommen waren. 1986 wurden Eppelmanns Blues-Messen zwar verboten, aber sie hatten sich längst auf andere Kirchen der DDR ausgebreitet. Längst wurde auch nicht mehr nur Blues gespielt, sondern auch Rock und Punk. Trotzdem blieb immer noch der kirchliche Charakter der Veranstaltungen. Für viele Teilnehmer waren sie der einzige Kontakt zur Kirche.

Foto: OTFW

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