Als was diente das Columbia-Haus in Tempelhof ab 1933?

A – Als Gestapo-Gefängnis und Konzentrationslager.

Die einstige Militärstrafanstalt der preußischen Armee wurde nach der Machtübergabe an die Nazis von 1933 bis Ende 1936 als Lager für NS-Gegner genutzt. Zuerst von der Gestapo, ab 1935 dann von der SS als Konzentrationslager. Mindestens 8.000 Menschen wurden hier eingesperrt, viele gefoltert und etliche ermordet. Berühmte Insassen waren Erich Honecker, Ernst Thälmann, Leo Baeck, Hermann Duncker, Werner Seelenbinder und Friedrich Ebert jr.
Nach der Auflösung des Lagers kamen die verbliebenen Häftlinge ins KZ Sachsenhausen. Das Gebäude wurde wegen der Flughafenerweiterung 1938 abgerissen. Heute erinnert am Columbiadamm ein Mahnmal an das Lager, allerdings auf der gegenüberliegenden Seite.

Foto: Beek100

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